• Isabelle Schuhladen Le Bourhis

Wirkung von LdL / Berichte von Kollegen



Rückmeldungen von Kollegen zur Wirkung von LdL

Bericht 1 (Kunst)

LdL baut in seiner Theorie auf schülerzentrierten Unterricht, der individuell auf Bedürfnisse eingeht, Ressourcen auftut und fördert. Meiner Erfahrung nach ist erfolgreicher LdL-Unterricht stark mit Reflexionsprozessen über das eigene oder das soziale Denken, Tun und Handeln verbunden. Exemplarisch Aufgeführtes zählt zu den Kernanliegen der Kunstpädagogik. Im Unterricht zeigte sich der LdL-Einfluss bei der Klasse von Frau Schuhladen in der Retrospektive wohl sowohl in der Theorie, als auch in der Praxis vor allem in der überdurchschnittlich reflektierten Haltung der Schüler*Innen. Aus dem Unterricht heraus entwickelte Themenstellungen führten nicht selten zu Aufgabenstellungen, Inhalten und Methoden, wie ich sie aus meiner Tätigkeit im schulexternen sonderpädagogischen Bereich der präventiven Gesundheitsförderung von Kindern und Jugendlichen mit besonderen Belastungen kenne, wo wissenschaftlich fundierten entwicklungsfördernden Stärkung von Schutz- und Resilienzfaktoren sowie Plusfaktoren im Vordergrund stehen. Das erstaunliche war, dass die Schüler*Innen durch die Möglichkeit der dynamischen Unterrichtsentwicklung und der Stütze LdL scheinbar, für sie unbewusst, nach Hilfestellung bei der Bewältigung ihrer altersgemäßen Entwicklungsaufgaben verlangten. Der zeitgemäße Kunstunterricht bietet aus seinen Kernanliegen Platz für eine solche Hilfestellung und muss eine solche Chance im Sinne der Schüler*Innen nutzen. Ebenso war der Forscher- und Entdeckerdrang der Klasse in ihrer Gesamtheit überdurchschnittlich und so sammelten und präsentierten sie mit Leidenschaft Informationen zu Theorieinhalten und erkundeten Materialien, Gegenstände oder Räume. Auch in der Bildbetrachtung gelang es einem Großteil der Klasse sehr gut, sich in Werke hineinzuversetzen und sehr emphatische Schilderungen des Gesehenen zu formulieren.

Spricht man über Reflexion, Entwicklungsförderung sowie Forscher- und Entdeckerdrang, so muss man sich im Bewusstsein halten, dass dies zu den Königsdisziplinen in Vermittlungsprozessen gehört und stets einen großen Anspruch an die Lehrkraft, aber vor allem auch an die Schüler*Innen stellt. Meines Erachtens beinhaltet die Kunstpädagogik bereits sehr viele Elemente von LdL und es scheint für mich im Sinne der Schüler*Innen sinnvoll, die LdL-Theorie im Kontext der Kunstpädagogik wissenschaftlich und praktisch genauer zu betrachten.

M.A. M.Ed. Andreas Stadler

Bericht 2 (Mathe):

Warum sind die LdL-Schüler „anders“? 

Im Wesentlichen sind es für mich folgende drei Punkte, die mir im Umgang mit „deinen“ LdL-Schülern aufgefallen sind: 

1) LdL Schülern sehen ihre eigene Verantwortung am Lernprozess LdL-Schüler zeigen eine sehr eigenständige sowie aktive und kreative Rolle am Lernprozess, d.h. ihnen ist bewusst und klar, welchen eigenen Anteil sie selbst am Lernprozess haben. So produzieren sie oft eigenständige Lern-/Lehrmaterialien oder haben eigene Vorstellungen, was ihnen beim Lernen hilfreich sein könnte. Mögliche Lernschwierigkeiten führen sie meist auf sich selbst und nicht auf die Lehrperson zurück. LdL-Schüler erkennen somit zielgerichtet die eigenen Schwächen und zeigen dann aktives Interesse diese aufzuarbeiten. 

2) LdL-Schüler sind eigenständige Denker 

LdL-Schüler sind aufgeschlossen und neugierig für alle Lernthemen, Projekte und Aktionen, die von ihnen aber zuvor kritisch durchleuchtet werden. Sie übernehmen ungern Vorgedachtes, sie wollen lieber selber denken. Für LdL-Schüler gibt es quasi keinen „Arbeitsauftrag“, sie sind neugierig und aufgeschlossen, in vielfältiger Hinsicht. Mit ihnen kann man sich für den Umweltschutz einsetzen (Baumpflanzaktion der 7d) oder den Kultusminister besuchen (;-)). Zuvor möchten sie aber das ganze Thema eigenständig durchdacht und erörtert haben. Eine dozierende Lehrkraft ist also nicht ihr Ding. Was aber auch dazu führen kann, dass ein LdL-Schüler sich an einem Tag aus dem Lernprozess aus individuellen Motiven herausnimmt und sich nicht mit dem Thema beschäftigt... 

3) LdL-Schüler reflektieren den Lernprozess 

Mit LdL-Schülern kann man gut über den Verlauf eines Lernprozesses reflektieren, dabei analysieren sie überlegt und bewusst, was im Verlauf des Lernprozesses (z.B. Übungsphasen, Möglichkeiten der Selbstkontrolle, Wiederholungen, usw.) gut bzw. weniger gut umgesetzt worden ist. Solche Schüler sind bereit sich weiterzuentwickeln.


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